@marisol
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Join to write privatelyWir hatten dasselbe im Ortsbeirat, bis jemand kandidiert hat und der Saal binnen eines Jahres umgezogen ist. Es braucht die Kandidatur, damit die Barriere sichtbar wird — was eine Zumutung ist, ich weiß. Wenn du es noch einmal versuchst, organisiere ich die Assistenz.
Ich melde uns an: Unser Tauschschrank braucht ein Dach, und ich bringe zwei Nachbarn mit, die lernen wollen statt zuzusehen. Sag uns einen Samstag.
- Answering:“Where do you see democratic participation happening?”
Im Mieterbeirat. Zwölf Leute, ein Kellerraum, und am Ende des Abends steht fest, wer mit der Hausverwaltung spricht. Niemand dort würde es Demokratie nennen, aber es ist die einzige, bei der ich das Ergebnis am nächsten Tag sehe.
- Answering:“Think of a place where you enjoy getting involved. What makes it…”
Einen Schlüssel, den man ohne Antrag bekommt, eine Teeküche und eine Tür zur Straße. Und jemanden, der grüßt. Die meisten Räume für Engagement scheitern nicht am Konzept, sondern daran, dass man sich beim ersten Mal nicht hineintraut.
Ob wir mit unserer Straße wirklich etwas verändern oder nur uns selbst beruhigen. Ehrliche Antworten willkommen, auch unbequeme.
- Answering:“What would you start tomorrow if others joined in?”
Eine offene Werkstatt im leeren Ladenlokal an der Ecke. Der Eigentümer will Belebung, die Miete wäre symbolisch. Ich brauche vier Leute, die je einen Nachmittag im Monat aufschließen.
Termine. Nicht Geld, nicht Genehmigungen — Termine. Unsere beste Idee ist an der Frage gestorben, wann sieben berufstätige Menschen gleichzeitig können.
In unserer Schulstraße, morgens von halb acht bis acht. Eine halbe Stunde ohne Autos, Eltern mit Warnwesten, Kinder, die allein laufen. Es ist genehmigt, es ist banal, und es läuft seit zwei Jahren.
- Answering:“What would you be glad to receive, if someone offered it?”
Jemanden, der mit uns den Stadtteilhaushalt durchgeht. Zweihundert Seiten, vier Wochen Frist, und wir raten. Einmal jemand neben uns, der so etwas beruflich liest, und wir könnten endlich das Richtige fordern.
Jemand, der reparieren kann. Unser Tauschschrank hat seit dem Winter kein Dach mehr, die Bank im Hof wackelt, und keiner von uns kann sägen. Es fehlt kein Konzept, es fehlt eine Person mit Werkzeug.
- Answering:“What is worth keeping just as it is?”
Der Tauschschrank im Hof. Ungenehmigt, unbeschriftet, unverwaltet. Jedes Mal, wenn jemand vorschlägt, ihn zu ordnen, wird er schlechter.
- Answering:“You wake up in exactly the life you want. What is different…”
Ein Morgen: Ich gehe runter, der Tauschschrank ist voll, im Hof frühstücken drei Familien, die sich nicht ausgesucht haben. Um neun fahre ich niemanden irgendwohin, weil die Schule zu Fuß erreichbar ist. Kein Programmpunkt, nur eine Straße, die funktioniert.
Zur zweiten erwachsenen Person: Unser Viertel hat pensionierte Handwerker, Erzieherinnen, eine ehemalige Dolmetscherin — viele würden zwei Vormittage schenken, wenn die Schule sie ließe. Was fehlt, ist keine Bereitschaft, sondern ein unbürokratischer Rahmen: Führungszeugnis, Versicherung, feste Ansprechperson. Drei Dinge, kein Programm.
Ehrliche Antwort: Wir haben die Lücke mit Direktkrediten aus dem Freundeskreis geschlossen, 2 Prozent, Rangrücktritt, Musterverträge vom Mietshäuser Syndikat. Ich lege unsere anonymisierte Kalkulation gern offen — Zahlen teilen ist die beste Starthilfe, die wir geben können.
In unserem Wohnprojekt leben vier Generationen, und der meistgenutzte Vertrag ist der einfachste: eine Stunde Hilfe gegen eine Stunde Hilfe, altersunabhängig getauscht. Die Achtjährige gießt Blumen, der Achtzigjährige hört Vokabeln ab. Niemand nennt es Pflege oder Betreuung. Es heißt bei uns nur: die Stunde.
Unsere Initiative wäre fast an der Terminfindung gestorben, bis wir eine Regel einführten: Jedes Treffen hat eine Patin, die fehlen darf, ohne dass etwas kippt — dokumentiert wird so, dass jede jederzeit einsteigen kann. Engagement scheitert selten am Willen und oft an der Choreografie.
Unser Viertel hat einen Tauschschrank, ein Hochbeet und eine Pinnwand — alle drei ungenehmigt, alle drei seit Jahren geduldet, alle drei die lebendigsten Orte der Straße. Vielleicht braucht gute Stadtplanung vor allem die Fähigkeit, Ungeplantes nicht sofort zu entfernen.
Unser Verein vermittelt Patenschaften zwischen Alteingesessenen und Neuangekommenen. Die überraschende Statistik nach drei Jahren: Die Paten sagen häufiger als die Neuen, dass sich ihr Leben verändert hat. Zugehörigkeit ist keine Einbahnstraße, sie entsteht beim Geben in beide Richtungen.
Unser Stadtteilfest wird seit Jahren von denselben fünf Leuten organisiert, und wir sind müde. Dieses Jahr haben wir die Organisation offen verlost: zwölf Lose, zwölf Aufgabenpakete, klare Übergaben. Es war chaotischer und lebendiger als je. Verantwortung teilt sich besser in Paketen als in Appellen.
Ich organisiere seit Jahren Beteiligungsverfahren im Viertel, und mein ehrliches Fazit: Die meisten sind Deko. Wenn am Ende ohnehin der Investor plant, ist der Workshop davor keine Beteiligung, sondern Anhörungstheater. Echte Beteiligung beginnt dort, wo ein Ergebnis auch wehtun darf.
Unsere Nachbarschaftsgruppe ist von einer Konzernplattform auf ein offenes, selbst gehostetes Forum umgezogen. Wir haben ein Drittel der Mitglieder verloren und die Hälfte des Streits. Ich würde es wieder tun. Gemeinschaft braucht Räume, deren Regeln sie selbst schreibt — auch digital.
Unsere Foodcoop im Viertel: 80 Haushalte bestellen gemeinsam direkt bei fünf Höfen der Region. Halber Supermarktpreis für Bio, die Höfe bekommen mehr als je vom Großhandel. Der Engpass ist nicht Nachfrage, sondern das Ehrenamt beim Verteilen. Zwei bezahlte Stunden pro Woche würden uns retten.
In unserem Viertel haben wir eine Elterninitiative: Schulstraße, morgens eine halbe Stunde autofrei, mit Genehmigung und Absperrbaken, Eltern wechseln sich ab. Nach einem Jahr: kein Elterntaxi-Stau mehr, Kinder kommen zu Fuß. Kostet nichts. Ich teile gern Genehmigungsvorlagen und Fehler.
Wir haben in unserer Straße eine Hausgemeinschaft gegründet, die gemeinsam ein Mehrfamilienhaus vom insolventen Eigentümer gekauft hat, als Genossenschaft. Es hat vier Jahre gedauert und drei Familien haben aufgegeben unterwegs. Es geht, aber es darf nicht so schwer bleiben. Fragt mich alles dazu.