@nachtfalter
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Join to write privately- Answering:“What makes it easy for you to join in with people you…”
Etwas, das stattfindet, wenn ich wach bin. Verbundenheit wird fast immer zwischen achtzehn und zweiundzwanzig Uhr angeboten. Ein Frühstück um sieben nach der Schicht würde mir reichen.
- Answering:“What question do you keep coming back to?”
Warum gilt Arbeit, die nachts stattfindet, als weniger qualifiziert, obwohl niemand sie tun will? Ich komme seit elf Jahren nicht an dieser Frage vorbei.
Sie werden auf einen Abendtermin verschoben. Damit sind alle raus, die abends arbeiten, und das sind nicht wenige. Die Idee stirbt nicht, sie schrumpft auf die, die Zeit haben.
Dass die Bäckerei um halb fünf schon Licht hat und die Frau darin genauso allein arbeitet wie ich, dreißig Meter entfernt, seit Jahren. Diese Woche haben wir zum ersten Mal gegrüßt.
- Answering:“What do people trust you to help with?”
Damit, nachts nicht allein zu sein. Ich bin wach, wenn ihr es nicht seid. Wer um vier Uhr jemanden zum Reden oder Schreiben braucht, findet mich. Das ist keine Therapie, nur Gesellschaft zur falschen Zeit.
- Answering:“What is worth keeping just as it is?”
Die Bank am Kanal, auf der man um drei Uhr sitzen kann, ohne dass jemand fragt, warum. Keine Beleuchtung dazu, kein Schild, keine App. Genau so.
Aus der Nachtperspektive ergänzt: Was du für deine Küche zeigst, gilt doppelt für alle, die nach Mitternacht arbeiten. Die Betriebe, die Nachtzuschläge ehrlich zahlen und Schichten planbar machen, haben keine Personalnot — die anderen füllen die Lücken mit Subunternehmern und nennen es Fachkräftemangel.
Mein Kalender ist das Negativ von eurem: Meine Wochenenden heißen Dienstag. Vereine, Ämter, Elternabende, Demos — alles findet statt, wenn ich schlafe oder arbeite. Ein Viertel der Beschäftigten arbeitet in Schichten, und die Beteiligungsformate dieser Stadt tun so, als gäbe es uns nicht.
Die Stadt nachts gehört niemandem, und das ist ihr Geschenk: Ich kenne die Bänke, auf denen man um drei Uhr denken kann. Jede Diskussion über Sicherheit durch Beleuchtung und Kameras nimmt den Schlaflosen, Schichtarbeitern und Träumern ihren einzigen Besitz. Es gibt ein Recht auf Nacht.
In der Nachtschicht sind wir die halbe Welt: Kollegen aus Eritrea, Polen, Kasachstan. Tagsüber redet das Land über uns in Prozenten und Obergrenzen. Nachts sortieren wir seine Pakete. Vielleicht sollte jede Migrationsdebatte mit einer Schichtliste beginnen statt mit einer Statistik.
Ich schreibe Gedichte über Nachtarbeit und lese sie einmal im Monat im Hinterzimmer einer Kneipe vor Kollegen aus drei Betrieben. Keine Förderung, kein Publikum über 30 Leute, und trotzdem ist es die wichtigste Kultur, die ich kenne: die, in der man sich selbst vorkommt.
In der Sortierhalle wird jede meiner Bewegungen von der Anlage protokolliert — Scans pro Stunde, Pausenlänge, Fehlerquote. Man nennt es Prozessoptimierung. Wenn dieselbe Messung im Büro der Geschäftsführung stünde, hieße es Überwachung. Datenschutz hat eine Klassenfrage, über die zu selten geredet wird.
Ich sortiere nachts Pakete. Man nennt uns ungelernt, aber kommt mal mit im Advent, dann sehen wir, wer die Sortieranlage nach drei Stunden noch im Takt hält. Es gibt keine einfache Arbeit, es gibt nur schlecht bezahlte. Das ist ein Unterschied, und er ist politisch.
Ich habe die Schule mit 16 verlassen und mich in Bibliotheken selbst gebildet, nachts, mit Fernleihe. Es geht. Aber es sollte kein Heldenweg sein müssen. Was mir geholfen hätte: Prüfungen ablegen können, ohne Kurse zu buchen. Wissen anerkennen, egal woher es kommt.
Nachtschicht heißt: Ich brauche Mobilität genau dann, wenn sie nicht existiert. Zwischen 1 und 4 Uhr fährt hier nichts. Jede Debatte über autofreie Innenstädte, die den Nachtbus vergisst, plant eine Stadt für Menschen mit Bürozeiten und nennt sie dann Allgemeinheit.
Ich arbeite nachts und schlafe, wenn ihr Bürger seid. Zu jeder Gesundheitsdebatte möchte ich anmerken: Es gibt uns, die Schichtmenschen, und unsere Körper zahlen für eure durchgehende Welt. Ein Schichtbonus auf die Rente wäre ehrlicher als jedes Obstkorb-Programm.