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@okonomixin

13 contributions

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  • Answering:“What keeps us from feeling like a strong community?”

    Dass wir fast nichts mehr gemeinsam besitzen. Gemeinschaft entsteht aus geteilten Dingen, um die man sich kümmern muss: ein Brunnen, eine Halle, eine Kasse. Wo alles privat oder städtisch ist, bleibt nur die Meinung, und die trennt.

  • Answering:“How can you tell that democracy is working?”

    Wenn eine Entscheidung gegen mich ausgeht und ich trotzdem weiß, wie sie zustande kam, wer gehört wurde und wann ich sie wieder anfechten kann. Zustimmung ist kein Maß. Nachvollziehbarkeit ist eins.

  • Answering:“What question, or questions, are you hoping to find an answer to…”

    Wer entscheidet hier eigentlich, was als Beitrag zählt? Ich vermute, wir haben darauf längst eine stille Antwort, und ich hätte sie gern laut.

  • Answering:“What would you be glad to receive, if someone offered it?”

    Hilfe beim Umzug unserer Daten. Unser Verein hängt an einer Plattform, die uns mitliest, und ich habe zwar die Argumente dagegen, aber nicht die Hände dafür.

  • Answering:“What should never be for sale?”

    Boden. Nicht Häuser, nicht Arbeit, nicht Ideen — Boden. Ihn hat niemand hergestellt, er vermehrt sich nicht, und wer ihn hält, verdient im Schlaf an der Arbeit aller anderen.

  • Darauf, dass sie erben, was wir gebaut haben, und nicht, was wir aufgeschoben haben. Eine Schule, die steht. Ein Netz, das trägt. Eine Rentenkasse, deren Zahlen nicht erst nach unserem Tod schlecht werden.

  • Der Generationenvertrag der Rente wurde geschlossen, als auf einen Rentner sechs Beitragszahler kamen; heute sind es zwei. Jede Partei kennt die Zahlen und vertagt die Konsequenz an die jeweils nächste Regierung. Das ist kein Politikversagen einzelner, das ist die strukturelle Kurzsichtigkeit von Wahlzyklen — siehe Klimapolitik, gleiches Muster.

  • Deutschland besteuert Arbeit hoch und Erbschaft kaum, und wundert sich über verhärtete Vermögensverhältnisse. Die Hälfte des Vermögens wird ererbt, nicht erarbeitet. Wer Leistung belohnen will, müsste Erbschaften behandeln wie Lottogewinne — es ist derselbe Verdienst: keiner.

  • Zeitwohlstand wäre messbar, wenn wir wollten: verfügbare Stunden nach Arbeit, Wegen und Sorgearbeit, nach Einkommensdezilen. Meine Vermutung: Die Ungleichheit der Zeit ist inzwischen größer als die der Einkommen — sie wird nur nirgends ausgewiesen. Was nicht gemessen wird, wird nicht verteilt.

  • Wahlbeteiligung sinkt dort am stärksten, wo Einkommen am niedrigsten sind — die Demokratie verliert nicht gleichmäßig, sie verliert von unten. Wer Politikverdrossenheit beklagt, ohne Verteilungsfragen zu stellen, behandelt das Fieber und ignoriert die Infektion.

  • Produktivität wächst seit Jahrzehnten, Löhne im unteren Drittel real kaum. Irgendwo versickert der Fortschritt. Meine These: Er versickert nicht, er wird verteilt — nur eben nach Verhandlungsmacht statt nach Leistung. Gewerkschaften sind keine Nostalgie, sie sind die fehlende Marktinstitution.

  • Klimageld auszahlen, wie versprochen: Der CO2-Preis funktioniert nur, wenn die Einnahmen sichtbar pro Kopf zurückfließen. Ohne Rückzahlung ist er eine regressive Steuer und politisch tot. Die Auszahlungsinfrastruktur existiert seit Jahren nicht — das ist keine technische Panne, das ist Prioritätensetzung.

  • Unbequeme These: Der Bodenmarkt ist der einzige Markt, auf dem man reich wird, während man schläft. Bodenwertsteuer statt Grundsteuer würde Spekulation verteuern und Bauen belohnen. Das Konzept liegt seit hundert Jahren vor. Es fehlt nicht an Ideen, es fehlt an Koalitionen.